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Ein zweiter Advent, der in Erinnerung bleibt (k.veit)

2. Advent 2018, 1. Teil

Aus dem Lautsprecher dröhnte der saisonale Dauerschlager. Hinter einem großen Punschtopf schunkelten rot bezipfelmützte Jugendliche mit Glühweinbechern in den Händen und grölten lauthals Last Christmas, I gave you my heart… . Weihnachtsmarktstimmung eben. Wo? Unglaublich: in St. Paul!

‚Unsere‘ Diakonin Magdalena Kurth mit den Konfis und Diakon Toni Barthel von der kath. Pfarreiengemeinschaft Heidingsfeld mit der Gruppe ‚Glaube und Licht‘ hatten einen bemerkenswert anderen Gottesdienst vorbereitet. In szenischen Darstellungen wurde das heute leider weit verbreitete  „aktuelle Weihnachten“ (s.o.) konfrontiert mit dem „eigentlichen Weihnachten“ von Liebe, Güte und Gerechtigkeit.

Vor 2000 Jahren  war Jesus im Heiligen Land als Wanderprediger unterwegs. Bei den verschiedensten Menschen machte er Halt, half ihnen vorurteilslos, und viele schlossen sich ihm an. Am Sonntag, den 09.12.2018, machten sich Diakon Barthel und ein Konfirmand auf den Weg durch das Kirchenschiff und hielten immer wieder an, um zusammen mit weiteren Akteuren an eine Vielzahl der Wundertaten Jesu zu erinnern. Beeindruckt verfolgten die Kirchenbesucher, wie z.B. die Heilung eines Gehörlosen, die Speisung der Fünftausend am See Genezareth oder das Gleichnis vom barmherzigen Vater nachgestellt wurde. Während die Darsteller dann weitergingen, las ein Jugendlicher begleitend von der Kanzel herab die entsprechenden Evangelientexte vor. Diejenigen, denen geholfen worden war, schlossen sich dem Zug durch St. Paul  jedes Mal an. Als letztes riefen zwei KiTa-Kinder „Wir wollen auch mit!“ und folgten der langen Reihe Mitspieler auf dem Weg zur Krippe, dem Symbol für Weihnachten: Alle Menschen sind eingeladen, zu Gott zu kommen. Ohne Angst oder Misstrauen. Wie Kinder, die immer auf die Liebe ihrer Eltern vertrauen und nicht zweifeln, dass sie geliebt werden!

„Gott mag Kinder, große und kleine, dicke, dünne, kurze oder lange Beine, rotes, blondes, schwarzes Haar, Gott mag Kinder, das ist wunderbar!“ bekräftigten die KiTa-Kinder mit einem Lied diese Erkenntnis.

Anschließend begrüßte KiTa-Leiterin Alexandra Meule erneut zwei neue Mitarbeiterinnen in ihrem Team, und Diakonin Magdalena Kurth gab ihnen den Segen für ihr künftiges Wirken in St. Paul. Das Ende des Familiengottesdienstes bildete Der Klassiker der Gruppe ‚Glaube und Licht‘, wie Frau Kurth es bezeichnete. Gemeinsam ging man aufeinander zu und setzte das inzwischen wohlbekannte Lied „Von Mensch zu Mensch eine Brücke bau’n, dem andern tief in die Augen schau’n…“ in Bewegung um.
 

Gut gelaunt und fröhlich das Erlebte diskutierend strömten die Kirchenbesucher schließlich hinüber in das Gemeindehaus und ließen es sich bei adventlichem Lichterglanz, Kaffee und Kuchen noch eine Weile gut gehen.
 

   Bilder vom Vormittag (F. Veit)   bitte hier anklicken!

 

2. Advent 2018, 2. Teil

„Ein tolles Zuhören und viel Spaß!“ waren der Wunsch von Rebekka Leitloff, nachdem sie die Gäste in der Kirche begrüßt hatte. Viele waren gekommen. St. Paul war tatsächlich voll – und das, obwohl es in Würzburg und Umgebung so viele „Parallel- und Gegenveranstaltungen“ gab! Das Programm versprach aber auch ein abwechslungsreiches Hörerlebnis – sozusagen „für jeden etwas dabei“. Genauso präsentierten sich Instrumentalisten und Sänger: Teenager, Großeltern und ‚Die Dazwischen‘ trafen sich in der Musik und lieferten gemeinsam ein wunderschönes Adventskonzert ab!

Lebhaft und frisch begann die bereits seit drei Jahren in St. Paul bekannte und beliebte Streichergruppe „Paleso Trio“ mit einer Sarabande von Carl Bohm. Die jungen Musiker integrierten sich anschließend in das Orchester „Ensemble Allegretto“ unter Leitung von Roswitha Pax, dessen Vivaldi-Concerto in d-moll allgemein begeisterte.   

Mit der Verpflichtung von drei Gesangssolisten (Aurelia Moritz – Sopran, Martin Pauli – Tenor, Tobias-Kuno Germeshausen – Bass) hatte Rebekka Leitloff ein weiteres Highlight gesetzt, denn  einerseits wurde Durantes „Vergin, tutto Amor“ zu Gehör gebracht, andererseits konnte die bekannte Bach-Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ mit entsprechender Besetzung aufgeführt werden. Der neu entstandene Projektchor hatte diese Kantate, wie auch die restlichen Lieder, seit Mitte Oktober unter Leitung von Rebekka Leitloff einstudiert.

Das folgende Instrumentalstück des türkischen Komponisten Fazil Say, kraftvoll vorgetragen von Hinrik Strömer am Klavier, überraschte und beeindruckte die Zuhörer sehr. „The Lord bless you and keep you“ (John Rutter), der aaronitische Segen und bekannt seit der Hochzeit des britischen Prinzen Harry im Mai 2018, sowie Leonard Cohens „Halleluja“ verzauberten das Publikum durch ihre abwechslungsreiche Performance.
Sowohl das feinfühlige Dirigat, als auch die deutliche Artikulation des Chores in der Fremdsprache und der engagierte Einsatz aller Musiker trugen ihren Teil dazu bei (wobei der Nebenschauplatz des ‚rennenden Schlagzeugers‘ ungewollt zusätzliche Heiterkeit auslöste)


Mit „Tochter Zion“ von Händel ‚für alle‘ schloss das Konzert. Bei vielen Besuchern löste sich die Spannung - sie sangen gern und aus voller Brust mit und spendeten reichlich Applaus.

Danke für diese abwechslungsreiche, höchst unterhaltsame Stunde! Es war wirklich „Ein tolles Zuhören und viel Spaß!“
 


 

                                                                                     Für mehr Bilder vom Adventskonzert (E. Kohlruss) ´bitte hier anklicken!


Kreuz oder Senfglas
(k.veit)

Da standen wir nun, Senfglas bzw. Kreuz und Urkunde in den Händen. Die Kirche war voll gewesen. Waren die Leute wegen dem 1. Advent gekommen? Oder um an der Verabschiedung des alten und der Einführung des neuen Kirchenvorstands teilzunehmen? Jetzt, beim Sekt-Empfang, traf man leider auf nur wenige der altvertrauten Kirchenbesucher. Die KV'ler allerdings, alt und neu, gaben sich die Ehre. Und ihre Familienmitglieder ebenfalls. So lernte man sich ein bisschen besser kennen und tauschte sich aus über Gott und die Welt, die Anforderungen des Amtes und den soeben erlebten „Stabwechsel-Gottesdienst“. Man war sich einig: Ein bisschen aufregend war es gewesen. Und lang, was besonders die Eltern kleinerer Kinder feststellten. Und für einige ungewohnt, so lange vorne im Altarraum und praktisch im Mittelpunkt.

Man sprach von den Messingkreuzen mit dem Lebensbaum,  die  die ‚in den Ruhestand Gehenden‘ bekommen hatten und dass man gedacht hatte „Was ist denn da bloß drin?“ als die neu gewählten Kirchenvorständler jeder ein verschlossenes Gläschen in die Hand gedrückt bekamen. „Honig, um den Anfang zu versüßen? Wie bei den Kindern und den Tüten zum Schulanfang?“. Das Rätsel hatte sich schnell gelöst, als Pfr. Schmidt sich der Gemeinde zuwandte und mit geradezu spitzbübischem Lächeln erklärte: „Das ist Senf! Und auf den Gläschen  steht: Danke, dass Sie Ihren Senf dazugeben!“ Heiterkeit kam auf – genauso, wie schon bei der Predigt. Diese hatte sich  mit den Vorbereitungen zu Jesu Einzug in Jerusalem befasst (Mat. 21):

Jesus schickte zwei Jünger fort mit dem Auftrag: »Geht in das Dorf da drüben! Gleich am Ortseingang findet ihr eine
Eselin und ihr Junges angebunden. Bindet beide los und bringt sie zu mir!  Und wenn jemand etwas sagt, dann antwortet: ›Der Herr braucht sie.‹

 
„Ja, der Herr braucht sie (oder ‚Sie‘?) – die Esel!“ entwickelte Pfr. Schmidt den Gedanken weiter und sah in die Reihen seines Kirchenvorstands. Hier waren einige bereits unruhig geworden, hatten zu murmeln und zu kichern begonnen. Auch von weiter hinten erklang Geraune. „… ja – es ist schon so: Gott braucht immer wieder jemanden, der ihm hilft, Lasten zu tragen! Danke, dass Sie sich dazu bereit erklärt haben!“

Im Gemeindesaal schaue ich um mich und freue mich. „Esel Gottes“, schmunzele ich vor mich hin. Ich fühle mich wohl in dieser Herde. Man sieht es: meine eigene Herde ist etwas in die Jahre gekommen. Es war an der Zeit, dass Jüngere übernehmen. Aber auch alte Esel können immer noch ihren Beitrag leisten, wenn ihre Kräfte es erlauben. Wir werden sehen. Und wir wünschen unseren Nachfolgern, dass sie immer mit Freude bei der Sache sind, dass sie durchhalten und dass die Lasten, die sie tragen müssen, nicht zu schwer werden.

 

„Mein“ Ökumenischer Frauentreff (k.veit)

 „Uns fehlt die Wärme und freundliche Atmosphäre von St. Paul!“, meinte ein ehemaliges Gemeindemitglied, als ich fragte, ob die Familie nach dem Umzug in der neuen Umgebung ‚angekommen‘ wäre.

Wärme und Freundlichkeit – genau dies schlug mir entgegen, als ich am Samstag ins Gemeindezentrum St. Paul kam, um an dem neuen Ökumenischen Frauentreff  teilzunehmen.

Priska Nied und Petra Groß hatten ihn bereits im Frühjahr unter dem Motto Begegnen – Austauschen – Ermutigen aus der Taufe gehoben und seitdem hat es jedes Vierteljahr eine Veranstaltung gegeben. Im März hatte man sich unter der Vorgabe „Säen was ich ernten möchte“ getroffen und erst einmal vorsichtig beschnuppert. „Staunen was gewachsen ist“ brachte die Gruppe im Juni zur Landesgartenschau. Darauf folgte Anfang Oktober eine gemeinsame dreistündige Wanderung mit gemütlicher Kaffeepause, wovon alle, die teilgenommen hatten, immer noch schwärmten. Jetzt, beim Winter-Treffen, zog mich das Angebot „Zur Ruhe kommen…“ magisch an. Eine vielversprechende Ansage – so sie denn umgesetzt werden konnte.

Und es gelang tatsächlich! Warmer Teeduft, ein freundliches „Willkommen!“, ein herzlicher Händedruck, neugierig-fragende Augen – ich war angekommen. Etwa ein Dutzend Heidingsfelder Frauen freuten sich auf einen unbeschwerten Nachmittag miteinander. Fünf Stationen mit verschiedenartigsten Beschäftigungsmöglichkeiten gab es, die es nach Belieben wahrzunehmen galt:

-   eine Karten- und Bücherecke, wo man sich niederlassen, gemütlich schmökern oder auch nur etwas anschauen durfte,
-   den mit viel entsprechendem Material ausgestatteten Basteltisch, an dem – im Vorgriff auf die nahende Adventszeit -Vorlagen für diverse Sterne ausgelegt waren,
- eine Handmassage, welche netterweise die ‚Nachbarin von gegenüber‘, Frau Berthold-Seubert, anbot,

- den abgedunkelten Meditationsbereich in der Kirche, wo man bei leiser Musik Erinnerungslichter anzünden konnte
- und schließlich eine Art Ergebnis-Plakat , wo etwas eingetragen, aufgemalt oder aufgeklebt werden sollte.

 

Die überlegte und so unterschiedliche Auswahl der Angebote
hat mich sehr angesprochen. Jede konnte ihren Schwerpunkt setzen, Impulse jedweder Art aufnehmen, ins Gespräch kommen oder nur zuhören. Das harmonische Miteinander war entspannend, eingefasst von einem kleinen Begrüßungs- und Verabschiedungsritual.

Selber musste ich den Kreis etwas früher verlassen – einer unserer Söhne wurde auf der Durchreise bei seinen Eltern erwartet. Da ich dies wusste, begann ich meine ‚Angebotstour‘ mit der Handmassage. Tat das gut! Wann sind meine Hände je so gestreichelt, geknetet und eingekremt worden? Ein Extra-Dankeschön für diesen Treat! Dann ging es an den Basteltisch. Oje – eingeölte Finger hinterlassen Spuren – also lieber erst mal in die Kirche. Dämmerlicht. Flackernde Teelichter im Sandteller auf dem Taufstein. Meditative Musik. Platz nehmen, Augen zu und tief durchatmen. Kopf und Seele loslassen. Brrr – war das auf einmal kalt! Also schnell auf die Heizungslüftung gestellt! Ortswechsel war wohl besser. Im Gemeindehaus gab’s doch Plätzchen und heißen Tee! Mit dem Glas zu den Büchern? Na also! Schöne Bildbändchen lagen da, auch interessante Schriften. Ich las mich fest. Die Zeit verging im Flug. Herrjeh – das Schluss-Plakat! Ich war gerade vertieft in fränkische Anekdoten und Sprüche – ein Vers aus diesem Büchlein wär doch was? Schließlich sind wir in Franken und Humor gehört für mich wesentlich zum Leben dazu! Da – die Erinnerung, an der Schlussrunde teilzunehmen. Nach dem Segenswort laufe ich zu Mann und Sohn – wieder in Eile (aber freudiger) und doch innerlich ruhig und ausgeglichen. Wenn mein „Dankeschön“ am Samstag nicht mehr richtig ankam, soll es hier aufrichtig nachgeholt sein, ebenso wie das „Wiedersehen“ an die, deren Hand ich nicht mehr geschüttelt habe…

Mehr Fotos (gross) vom Frauentreff hier...

 

Martinsfeier 2018 (k.veit)

Aufgeregtes Gemurmel in der abgedunkelten Kirche St. Paul. In den Gängen geparkte Kinderwagen. Drei- und vierrädrig, Ein- und Zweisitzer. Und viele bunte Lichter. Die KiTa begeht ihre Martinsfeier.
Sechzig Kinder gehören zur KiTa St. Paul, und zwei Drittel davon sind mit Eltern und Großeltern gekommen
– außerdem ein paar der Ehemaligen, die jetzt schon in der Schule sind, und ein paar Kinder, die erst 2019 dazu gehören werden.

Eine stattliche Kinderschar ist es, die da Lampion-schwingend und voller Erwartung in die Kirche einzieht. Jede der KiTa-Gruppen ist an ihren selbst gebastelten Laternen zu erkennen: die großen Raben zeigen voll Stolz ihre kunstvollen Martinsgänse; die kleinen Käfer und Mäuse halten konzentriert ihre Papptellerlaternen und die zahlreichen Eichhörnchen erkennt man an ihren gezackten roten, blauen. gelben und grünen Sternen.
Mit Mühe gelingt es Alexandra Meule, der Leiterin der KiTa, und Diakonin Magdalena Kurth, die Aufmerksamkeit von Kindern und Erwachsenen auf das eigentliche Anliegen des heutigen Kirchbesuches zu lenken: auf den Gottesdienst über Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe und über das Leben und Wirken des heiligen Martin. Die größeren Kinder bauen einen kleinen Altar auf, auf den sie eine zweiteilige rote Tischdecke legen, die später von Martin als Mantel verwendet wird. Darauf kommt  ein großes Holzkreuz und eine Kerze, die ein Junge unter Aufsicht vorsichtig anzündet. Später wird die Martinslegende vorgelesen, immer wieder unterbrochen mit den Strophen des Martinsliedes, das Kantorin Rebekka Leitloff auf dem elektrischen Klavier begleitet:

St. Martin ritt durch Schnee und Wind…
Im Schnee, da saß ein armer Mann…
… Sankt Martin mit dem Schwerte teilt‘ den warmen Mantel…
und
Sankt Martin gab den halben still … ritt in Eil hinweg mit seinem Mantelteil.


KiTa-Kinder spielen dabei mit großem Einsatz die Martinsgeschichte mit. ‚Martin‘ reitet vergnügt mehrmals im Kreis herum; der ‚Bettler‘ bittet mitleiderregend um milde Gaben; ‚Martin‘ holt weit aus, schwingt sein hölzernes Schwert, teilt seinen Mantel und reitet schließlich davon…
Mit offenem Mund hören und schauen die Kleinen zu. Was die Vorleserin nun noch liest, verstehen sie weniger, doch die Großen staunen, als sie hören, dass Jesus Martin im Traum erschienen ist, bekleidet mit dem halben Mantel. „Was er dem armen Mann getan hat, das hat er mir getan!“ hörte Martin in jener Nacht. Tags darauf ließ er sich taufen, verließ die römische Armee und beschloss, Jesu Nachfolge anzutreten.
Mehr und mehr breitet sich Unruhe aus. Die Kinder drängen mit ihren Lampions ins Freie, doch zuvor werden noch die „Drei Neuen der KiTa“ unter allgemeinem Beifall willkommen geheißen. Frau Meule begrüßt die beiden neuen Team-Mitarbeiterinnen Lisa Neder und Regina Scheller und die Praktikantin Paulina Linse. Auch Pfr. Stephan Schmidt freut sich über den Zuwachs und übergibt allen im Namen der Gemeinde St. Paul ein kleines Willkommensgeschenk.

Nun endlich geht es hinaus zu dem ersehnten Laternenumzug. Wenn Kinder sich freuen, können sie nicht mehr ‚normal‘ gehen – sie hüpfen, rennen, tanzen, hopsen, springen. Und genauso hüpfen, rennen, tanzen, hopsen und springen die bunten Lampions in den Fäusten der Kleinen, werden über den Boden geschleift, in Mamas Hand gedrückt oder Papa vor der Nase herumgeschwenkt, wenn dieser den Nachwuchs schon auf den Schultern trägt. Um die historische Stadtmauer herum flackert der Lichterzug. Vier Sing-Stationen gibt es dabei, wo der Cousin der KiTa-Leiterin („Wirtshausmusi Andreas Hemming“) mit seinem Akkordeon für schwungvolle musikalische Untermalung sorgt. Die Erzieherinnen sammeln ihre Kinder um sich und stimmen an: Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne… oder Durch die Straßen auf und nieder u.a. klingt es lauthals durch den Novemberabend. Manch ein Anwohner schaut aus dem Fenster oder öffnet schnell die Haustür, um ein bisschen mehr von dem Spektakel mitzubekommen. Die Lampions in der Mitte des fröhlich singenden Kreises sieht man kaum, dafür aber viele – ebenfalls leuchtende – Tablets und Smartphones in den Händen der Erwachsenen, die die Kinderschar umringen und alles fotografieren oder filmen wollen.
Nach der letzten Singrunde vor St. Paul geht es für die Laternenkinder und ihre Begleitung noch einmal in die KiTa. Putenwürstchen im Wecken, mürbe Martinsgansplätzchen und warmen Punsch hat sich jeder als Belohnung verdient!

                                                                                                                                                                                    Mehr Bilder (veit) hier ...

Märchentheater 2018 (k. veit)

Sie hat es tatsächlich doch wieder geschafft!
Sie, Angela Leupold, Mastermind der inzwischen allseits bekannten Theatergruppe Märchenspieler St. Paul, hat mit ihrem neuen Stück Froschkönig wieder alle Erwartungen übertroffen und eine äußerst gelungene Überarbeitung des altbekannten Märchens der Gebrüder Grimm. „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“ geliefert.

Seit 2007 freuten sich jedes Jahr zuerst die Kindergartenkinder und ihre Eltern über die Aufführung eines Märchens mit Musik und Liedern, dann die zugehörige Kirchengemeinde. 2014 wurde die neu erbaute KiTa St. Paul mit ihrem schönen Mehrzweckraum eingeweiht, der auch von den Märchenspielern genutzt wird. Theaterinszenierungen, Bühnenausstattung, Garderobe und Technik haben sich von Jahr zu Jahr verbessert und inzwischen ein regelrecht professionelles Ausmaß angenommen – man sehe sich z. B. nur einmal die Traverse mit den Beleuchtungskörpern an!

Angela Leupold, studierte Musikerin und Schauspielerin, einst „Kindergartenmutti“, ist ihrem alten Kindergarten treu geblieben. Gemeinsam mit einem Stamm ebenfalls ehemaliger Kindergarteneltern und dem Pfarrer von St. Paul, Stephan J. Schmidt, führt sie alljährlich ein neues Märchenmusical auf, wobei sie selbst Lieder und Texte schreibt, Tanzeinlagen vorgibt, als Regisseurin die Aufführung mit den Spielern einstudiert und in eigener Person auch noch eine der Hauptrollen übernimmt.

Beim diesjährigen Märchenmusical Froschkönig kommt jeder auf seine Kosten. Das Stück wurde modern umgestaltet: Statt einer Hexe tritt eine anmutige Fee als Vertreterin der Zauberwelt auf; man erlebt den oft langweiligen Alltag der gesamten fünfköpfigen Königsfamilie und begleitet den zunächst hochmütigen, später geläuterten Prinzen bei seinem Abenteuer. 
Fantasie anregende Magie (Auftritte der Fee; Gespräch Pferd - Frosch) ist im Froschkönig ebenso enthalten wie überkommene Wertmaßstäbe (Königin: „Contenance!“) und die Einforderung von Höflichkeit und gutem Betragen (König: „Was man versprochen hat, muss man auch halten!“ – Song: „So ein Frosch ist nicht so übel wie er scheint!“). Unwiderstehlicher Lachreiz (schmierige Anmache der Königstochter durch den Frosch; Überlegung der beiden

 

Schwestern, wie sich das Küssen eines Frosches wohl anfühlt) wird abgelöst vom Anstoß zum Nachdenken über Unerklärliches (Song: „Manchmal gibt es Wunder, glaub nur fest daran!“) und der Aufforderung zur Selbstfindung und Selbstbehauptung (Duett: „Sei einfach echt …Trau dich was, hab einfach Mut!“) Romantische Weisen wechseln ab mit flotter Musik, amüsante Liedtexte mit nachdenklichen Passagen. Einstudierte witzige Choreografie unterstreicht die Texte und fordert das Auge. Liebhaber der Gebrüder-Grimm-Version freuen sich beim Wiedererkennen von Altbekanntem, wie z.B. der Aufforderung des Frosches „Königstochter, jüngste, mach mir auf!“, dem Springen des Metallbandes, das der eiserne Heinrich um seine Brust trägt, oder dem „…und wenn sie nicht gestorben sind…“ am Ende des Stückes. Verfechter neuerer Ausdruckformen begrüßen die aufmüpfige Art der Königstochter, die der Aufforderung ihres Vaters ein freches „Nee – wie jetzt?!“ entgegensetzt und lieben das Wortgefecht von Frosch und Prinzessin mit so schönen Begriffen wie „Wasserpanscher“, „Oberzicke“ oder „Schleimklops“.

Alexandra Kastner, die höchst unterhaltsam Prinz bzw. Frosch mimt, sagte kürzlich: „Welche Kirchengemeinde außer St. Paul hat schon eigene Märchenspieler? Regional kenne ich keine. Und wahrscheinlich gibt es so etwas auch in ganz Bayern nicht noch einmal!“

Recht hat sie! Man kann nur voller Überzeugung zustimmen und gratulieren – der Gemeinde St. Paul, der Theatertruppe und v.a. den Darstellern, die allesamt begeistert ihr Bestes geben und mit ihrer Freude am Spielen jedes Mal die Zuschauer mitreißen.

Mehr Fotos (B.Hettich - "Märchenspieler St. Paul") hier ...

 

Herbst in St. Paul (kvt)

Mit viel Schwung ging es hinein in den Herbst. Offensichtlich haben die Paulaner über den Sommer Kraft getankt und freuten sich, das Gemeindeleben wieder aufzunehmen. Noch in den Sommerferien trafen sich bereits zum ersten Mal die Damen des Frauenfrühstücks unter Monika Kaeppel. Bibelimpuls und Seniorenkreis – beide mit Pfr. Stephan Schmidt - starteten am 12. bzw. 27. September, und auch der Paulini-Gottesdienst für die Kleinsten begann wieder – ebenso wie der inzwischen sehr beliebte Kirchenkaffee. ‚Mal anders‘ und ganz ungewohnt war der Abendgottesdienst von Diakonin Kurth und ihrem Team am 16.09. Zu allen diesen Veranstaltungen kamen und kommen noch größere, fröhliche Ereignisse: die Jubelkonfirmation der Jahrgänge 1958 und 1968, die Beauftragung von Diakonin Magdalena Kurth durch Dekanin Dr. Weise, Erntedank mit den KiTa-Kindern, ein Benefizkonzert von Moenus Brass und das Märchenmusical ‚Froschkönig‘!

Der November nun bringt das Ende des Kirchenjahres und die dunklen Festtage von Allerheiligen bis zum Ewigkeitssonntag. Bald aber flackern schon die ersten Kerzen und verkünden neues Licht – für die Kleinen bereits in ihren Martinslaternen, für die Großen im nahenden Advent, der die Vorfreude auf das Weihnachtsfest und Christi Geburt bringt. Mit dem Advent beginnt auch, wie immer, ein neues Kirchenjahr. Diesmal aber ist es besonders spannend, denn der 1. Advent bringt gleichzeitig den Start des neuen Kirchenvorstands!

 

Erntedank 2018 (kvt)

KiTa und Kirche St. Paul hatten am 07. Oktober zum Erntedankgottesdienst eingeladen unter dem Motto
‚Sonnenblume – Wünsche keimen ‘.

Trotz gegenteiliger Wettervorhersage strahlte die Sonne golden vom blassblauen Herbsthimmel und streichelte mit ihren warmen Strahlen alle, die in das Gotteshaus kamen. Die wunderhübsch mit gebastelten Sonnenblumen und Maiskolben verzierten Bänke wurden endlich wieder einmal voll! Voller Erwartung und Vorfreude tuschelten Kinder und Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und alle, die sich versammelt hatten. Vorne im Altarraum luden viele bunte Erntegaben zum Besichtigen ein. Manch einer stellte geschwind noch ein Körbchen neben die große, auf ein Laken gemalte Sonnenblume, die im Zentrum der aufgebauten Gaben lag. Den Altar selbst schmückten goldene Ähren, ein knusprig braun gebackener Laib Brot, helle und dunkle Trauben und einer der letzten guten Bocksbeutel ‚St.-Pauls-Wein‘.

Schwungvoll setzte die Orgel ein. Zu beschwingten Klängen zogen die KiTa-Kinder ein, begleitet von ihren Erzieherinnen, einigen Müttern und Vätern und Pfr. Stephan Schmidt. So aufgeregt drängte die muntere Schar nach vorne, dass unterwegs kleine Erntegaben herabfielen, die aber von den größeren Kindern wieder aufgehoben wurden. Nachdem Pfr. Schmidt und KiTa-leiterin Alexandra Meule die Anwesenden begrüßt hatten, durften die bereits ungeduldig wartenden Kleinen ihr Lied „Alle guten Gaben“ vortragen und endlich zeigen, was sie gelernt hatten. Begeistert beteten sie dann das in vielfache Bewegungen umgesetzte ‚Gebet der Stille‘ mit, sangen, klatschten, stampften, schnipsten, hüpften und tanzten schließlich so hingebungsvoll „Wir singen alle Halleluja“, dass kleine Geschwisterkinder in den Bänken lautstark nach „no meah!“ verlangten.

Nach dem Fingerspiel von der Sonnenuhr, an dem auch viele Erwachsenen wieder gerne teilnahmen, überraschte Pfr. Schmidt seine Gemeinde mit dem Satz „Opa, du brauchst einen Computer!“ Anhand eines höchst unterhaltsamen, verblüffenden Gesprächs zwischen Opa und Enkelsohn verglich er einen Computer mit einem Sonnenblumensamen, in dem auch, wie auf einer Festplatte, die tollsten Programme und Baupläne enthalten sind. Zu guter Letzt staunt der kleine Enkel nicht schlecht, als er begreift, dass diesen genialen ‚Sonnenblumensamen-Computer‘ einer schon vor unendlich langer Zeit erfunden und gebaut hat – einer, der sogar viel größer ist als sein 1,85m langer Opa – nämlich Gott.

„Wer danken kann, hat das große Geheimnis entdeckt!“ meinte Pfr. Schmidt nach seinem geistlichen Impuls – und: „Was gibt es alles für Gründe, Gott zu danken?“ Papierblätter in Form von Sonnenblumenkernen und Stifte wurden ausgeteilt, Dinge notiert, für die es zu danken gilt, die Ergebnisse nach vorne in den Altarraum gebracht und auf der riesigen Sonnenblume befestigt – und alle, die ihre Notizen abgegeben hatten, kehrten mit einem frohen Lächeln im Gesicht auf ihre Plätze zurück!

Was aus dieser Sonnenblume des Dankes geworden ist? Sie wurde an der Empore in St. Paul befestigt, kann dort bewundert werden und soll zu weiteren Überlegungen anregen, wofür man dankbar sein kann und sollte!

 Nach Ende des Erntedankgottesdienstes erging herzliche Einladung ins Gemeindehaus. Dort stellten sich die Kandidaten für den in zwei Wochen zu wählenden nächsten Kirchenvorstand vor. Bei Getränken und kleinen Knabbereien gab es anschließend Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen.

 

 

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Gottesdienst mit Berufung und Beauftragung (kvt)

30. September 2018. Einer der vielen ‚grünen‘ Sonntage nach Trinitatis. Und doch wiederum ein besonderer für St. Paul und auch für Diakonin Magdalena Kurth, die schon seit einem ganzen Jahr als Jugendreferentin des ev.-luth. Dekanats Würzburg und als Gemeindediakonin für die Kirchengemeinde St. Paul arbeitet.

Dekanin Dr. Edda Weise, die durch die kirchliche Handlung führte, nannte gleich zu Beginn mit dem Spruch 1. Joh. 4,21 die Leitlinie des Gottesdienstes: „ Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“ Nach der Lesung, die ebenfalls das Doppelgebot der Gottes- und der Nächstenliebe zum Thema hatte, nahm die Dekanin diese Worte auf und verwies auf die vielfältigen Formen der sozialen Arbeit und des liebevollen Dienstes am Nächsten, die zum Tätigkeitsfeld der Diakonie gehören.

Im Evangelium erfahren die Menschen von Gottes Liebe. Um ihre Herzen zu berühren, muss es ihnen vorgelesen und gepredigt werden.  Im Abendmahl gibt Jesus Christus sich selbst hin und schafft damit eine Verbindung von Himmel und Erde. Die Menschen erhalten eine Wegzehrung für ihren Lebensweg, eine Stärkung für jeden neuen Tag und für die Liebe zum Nächsten.

Von diesen beiden Gedanken ausgehend, berief und beauftragte die Dekanin nun Diakonin Magdalena Kurth offiziell und auf Lebenszeit mit der öffentlichen Wortverkündung und der Sakramentsverwaltung.

 

Ja, liebe Paulaner, ‚unsere‘ Diakonin darf nun predigen und auch Gottesdienste mit Abendmahlsfeiern abhalten!
Magdalena Kurth hielt auch gleich ihre erste ‚richtige‘ Predigt, wie sie voller Freude betonte. Wieder war das Motto das Gebot der Nächstenliebe; diesmal fand sich der zugrunde gelegte Text in einem Brief des Jakobus.

Mit mehreren Beispielen aus eigenem Erleben verdeutlichte die Diakonin, dass Gott nicht mit zweierlei Maß misst, dass es bei ihm keine Beurteilung nach dem Äußeren gibt, dass  Gott allein das Herz ansieht. Im Gegensatz zu der Wertschätzung der Menschen ist diejenige Gottes vorurteilsfrei und urteilsfrei. Auch wir sollen nicht nach dem Äußeren urteilen und v.a. nicht verurteilen – so, wie Jesus uns dies vorgelebt hat. Respekt und Anstand gegenüber allen Menschen ist gefordert. Bemühen wir uns um Höflichkeit und Offenheit dem Nächsten gegenüber. Begegnen wir allen auf Augenhöhe und mit Barmherzigkeit, dann wird uns Gottes Gnade gewiss sein!
Das Lied EG 420 „Brich mit dem Hungrigen dein Brot, sprich mit dem Sprachlosen ein Wort“ rundete die Predigt perfekt ab und gab den Gedanken weiteren Raum.

Liebe Magdalena Kurth, die gesamte Kirchengemeinde St. Paul ist stolz auf Ihre Berufung und Beauftragung. Wir wünschen Ihnen Gottes reichen Segen und gratulieren aus ganzem Herzen!

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Goldene und Diamantene Konfirmation 2018 (kvt)

23. September 2018. Kalendarischer Herbstanfang und Jubelkonfirmation in St. Paul. Von 34 ‚goldenen‘ und 29 ‚diamantenen‘ Jubilaren waren jeweils sechs der Einladung durch die Kirchengemeinde gefolgt. Leicht aufgeregt versammelt man sich im Gemeindehaus. Freudiges, erstauntes, manchmal fragendes Wiedersehen und –erkennen. Hübsche Anstecksträußchen für die Jubilare, dann ist es soweit: 
Begleitet von Orgelklängen zieht die Gruppe gemeinsam mit Pfarrer Stephan Schmidt hinter zwei Kreuzträgern des aktuellen Konfirmandenjahrgangs feierlich in das Gotteshaus ein und nimmt – wie auch früher als ‚grüne‘ Konfirmanden – in den vorderen Reihen Platz.

Psalm 103 ist der Leitgedanke des Gottesdienstes: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.
„Schauen Sie sich um und erinnern Sie sich!“ fordert Pfr. Schmidt die Ehemaligen immer wieder auf. Wie sah es vor 50 bzw. 60 Jahren hier in St. Paul aus? Natürlich kennt man seine Kirche und erkennt sie auch wieder – aber einiges hat sich verändert: es ist renoviert worden, Farben sind aufgefrischt oder anders geworden, Bänke wurden umgestellt, der Raum teilweise neu gestaltet. Und wenn man die ehemaligen Mitkonfirmanden ansieht, so stellt man fest, dass auch sie die Leute von damals sind, trotzdem aber alle ihr Leben gelebt haben, davon gezeichnet sind, ihre eigene Lebenserfahrung und Lebensgeschichte mitbringen.

Anders und doch dieselben – wer kennt das nicht? Humorvoll berichtet Pfr. Schmidt von einem Klassentreffen, bei dem er das Gefühl hatte: „allen sieht man die vergangenen Jahrzehnte an – nur ich bin derselbe geblieben!“ Damit erntet er verständnisvolles Schmunzeln und fröhliches Lachen. Wie schnell aber kann man nach Jahren wieder in alte Rollen schlüpfen und wie spannend ist es, Altvertrautes nach so langer Zeit wieder zu entdecken! Ein halbes Jahrhundert und mehr ist vergangen, seit die Jubilare sich gemeinsam zu ihrem Glauben bekannt haben. Gottes Beistand und Segen haben sie durch diese vielen Jahre begleitet – auch, wenn mancher das nicht so gesehen oder erkannt hat. Aber: ein halbes Jahrhundert und mehr haben sie gelebt! Leben ist kostbar. Das Leben allein ist schon Grund zur Dankbarkeit! Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.

Die Konfirmandenjahrgänge 1968 und 1958 werden in den Altarraum gebeten. Zunächst die ‚goldene‘, seinerzeit von Pfr. Winter betreute Gruppe, später die ‚diamantene‘, die noch Pfr. Wunderer eingesegnet hatte. Allen Ehemaligen wird noch einmal ihr Konfirmationswort zugesprochen  und eine Urkunde überreicht. Pfr. Schmidt legt allen einzeln die Hände auf und erneuert den Konfirmationssegen, „damit er stark macht für den Blick nach vorne, für den weiteren Lebensweg“.
Nach dem Ende der kirchlichen Feier und nach den obligaten Gruppenfotos wartet im Gemeindehaus ein kleiner Sektempfang auf die Jubilare, ihre Familienmitglieder und Freunde

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Anschließend geht es wohlgemut zum gemeinsamen Mittagessen in der ‚Jahnwiese‘, bevor am Spätnachmittag Sturmtief ‚Fabienne‘ erste orkanartige Herbstböen und heftige Regengüsse durch das Maintal jagt.

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Hochzeitsbräuche beim Frauenfrühstück (kvt)

Fünfzehn Jahre sind schon ins Land gegangen, seit Monika Kaeppel in der Gemeinde St. Paul das Frauenfrühstück leitet. Gratulation zu diesem Jubiläum! Anfangs, so berichtet sie, waren es manchmal über vierzig Damen, die sich am Mittwochvormittag zu gemeinsamem Austausch und dem Hören interessanter Vorträge trafen. Inzwischen hat die Schar sich leider verringert. Eine große Rolle dabei spielen Altersgründe oder auch die Tatsache, dass einigen der temporäre Umzug in das benachbarte Seniorenheim missfiel, der notwendig geworden war, als das Gemeindehaus umgebaut wurde.

Zum ersten Termin nach der Sommerpause 2018 fanden zwanzig Teilnehmerinnen den Weg in das Gemeindezentrum. Referent Dietrich Heber hatte einen Vortrag über ‚Allerlei Hochzeitsbräuche‘ ausgearbeitet, und die umsichtig vorbereiteten Tische luden passend zum Thema des Tages weiß geschmückt und reich gedeckt zum zweiten Frühstück ein. 

Hochzeitsbräuche gibt es viele – wo also anfangen und wo aufhören? Der Vortragende stellte zunächst mit Hilfe des Jahreskreises verschiedene althergebrachte Traditionen aus dem dörflich-protestantischen Aischgrund vor. Dabei ging es nicht nur um den Zeitpunkt der Heirat selbst, sondern auch um die Bräuche während der Zeitspanne vor der Hochzeit, in der die Brautleute zueinander fanden. Einiges war bekannt, wie der gemeinsame Sprung über das Sonnwendfeuer am Johannistag, der, wenn er gelang, ein Versprechen für ein ‚Beieinanderbleiben für ein Jahr‘ bedeutete. Anlässe zum Orakeln oder Austanzen gab es jedoch viele – sei es wegen eines besonderen Datums (z.B. Andreas- oder Thomastag, Jahreswechsel) oder wegen des Anlasses (Kirchweih, kirchliche Hochfeste). Und so vernahm man im Raum auch öfters ein erstauntes „Na sowas!“, wie etwa, als vom Pfefferleinstag berichtet wurde, an dem die Burschen die Mädchen in ihrer Schlafkammer besuchen und mit Weidenzweigen kitzeln durften, was als Heiratsversprechen galt. Regelrecht Mitleid entwickelte sich beim Hören von der (Un-)Sitte junger Frauen, übersalzene Heringe zu essen und anschließend nichts zu trinken, um ins Delirium zu fallen und dabei ihren Zukünftigen zu erblicken.  

Fotos alter Kirchenbucheinträge aus dem 17. und 18 Jahrhundert, ebenfalls aus dem Aisch- , aber auch dem Aurachgrund, belegten die wichtige Stellung der Kirche damals, denn bis in die 1880 Jahre gab es weder Einwohnermeldeamt noch Bürgeramt oder –kartei.

 

Den Eintragungen der jeweiligen Pfarrer zufolge durfte nur der getraut werden, dessen Aufgebot dreimal in der Kirche verkündet worden war. War bereits vor der Ehe ein Kind unterwegs, wurde auch dies im Kirchenbuch vermerkt, und die Brautleute durften nur ein ‚Stille Hochzeit‘ halten. Das bedeutete: keine Trauung an einem Sonntag, sondern meist an einem Mittwoch, keine Blumenkinder und keine Musikkapelle beim Geleitzug durch das Dorf und v.a. statt einer prächtigen Brautkrone nur eine solche aus Stroh, damit alle Schaulustigen sich in Schmährufen ergehen konnten.

Bestens mitreden, mitunter auch eigene Erlebnisse beisteuern, konnten alle Anwesenden beim Frauenfrühstück, als es um den Ablauf eines Hochzeitstages ging. Polterabend, Ehevertrag, Eheringe (bei armen Leuten früher kunstvoll aus Langhaar des Brautpaares geflochten), Speiseplan, Kaffee-Umzug, Tanz, Brautschuh- oder Brautkranzwerfen, ja sogar das ‚ius primae noctis‘, das Vorrecht des Landesherrn auf die Brautnacht, - nichts wurde vergessen.

Eine Sammlung verschiedener Hochzeitsbilder aus den Jahren 1896 bis 1954 bildete den Abschluss des unterhaltsamen Vortrags. Sehr interessant zu sehen war, wie sich das Aussehen von Menschen, Brautschmuck und Mode über diesen Zeitraum entwickelte, der zwei Weltkriege, die Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit umspannte. Beispielsweise trugen die Bräute lange Zeit eine Brautkrone zu dem schwarzen (!) Festgewand, das in protestantischen Dörfern üblich war. Später wurde die Brautkrone ersetzt durch einen weißen Schleier, und erst nach dem 2. Weltkrieg findet sich die heute übliche ‚weiße Braut‘ mit weißem Kleid und weißem Schleier.

Allgemeine Heiterkeit brach aus, als man feststellte, dass auf beinahe jedem Foto eine weitere Person ebenso ins Auge fällt wie die Braut: die Hochzeitsköchin! Mit weißer Schürze auf dunklem Kleid, manchmal bewaffnet mit einem großen Kochlöffel, steht sie an der Seite und weist auf ihr wichtiges Amt hin.

Ein anregender Vormittag ging fröhlich zu Ende. Monika Kaeppel dankte dem Referenten und übergab ihm ein Büchergeschenk mit der Bitte, sich im nächsten Jahr wieder in die Vortragsreihe einzubringen. Auch ihr ein Herzliches Dankeschön im Namen der Damen des Frauenfrühstücks, die sich über weiteren Zuwachs in ihren Reihen freuen würden. Es lohnt sich auf alle Fälle!

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Aus unseren Kirchenbüchern (Stand 15.11.2018)
 
Kirchlich getauft wurden:
„Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“  

 


Kirchlich getraut wurden:


 

„Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“             
 

Kirchlich bestattet wurde:
 

Ursula Kornheim, 65 Jahre, am 12.11.2018

 

„ Wir werden beim HERRN sein allezeitl.“

 

 

 

 


Fragen und Anregungen bitte an

Friedrich Veit

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